Seeking Wunderkammer

Lichtobjekt, 2014

wunderkammer

Lichtobjekt, Frankfurt, 2014

160 x 60 x 90 cm
Glasvitrine Süschala, Kristallgläser,
Fundgegenstände LED-Lampen, Miniglühbirnen

Die sogenannten Kunst- und Wunderkammern, auch Raritäten- und Kuriositätenkabinette genannt, entstanden während des 15. bis 19. Jahrhunderts. Sie bezeichneten ein Sammlungskonzept. Die Aufbewahrung von Kunstwerken, antiken Fundstücken, Büchern, Naturalien und kunstgewerblichen Raritäten in einem einzigen Raum sollte die Vielfalt des Universums „im Kleinen“ darstellen. Die Wunderkammern folgten dem damaligen Weltverständnis, in dem Geschichte, Kunst, Natur und Wissenschaft zu einer Einheit verschmolzen. Im Zusammenhang damit wird auch von einem Zeitalter des Staunens gesprochen. Die Installation des Künstlerduos Ulli Gabler und Dieter Ströbel besteht aus schummrig durchleuchteten und beleuchteten Kristallglasskulpturen, die in einer Vitrine mit 12 Schubladen ausgestellt sind. Eine Mischung aus Trödelmarkt und Wunderkammer. Eine Auswahl von Materialien wie Kristallglas, Spiegel, Plexiglas und LEDs dienen den Künstlern dazu, sie miteinander interagieren zu lassen, sodass kleine mystische Lichtgebilde entstehen. Von augentäuschender Kostbarkeit erscheinen die diffizil austarierten Gebilde. Jedes Detail ist genau positioniert, was den Betrachter dazu veranlasst, sich zu nähern, genau hinzuschauen und sich auf die Suche nach den Funktionen und Gründen des ästhetischen Genusses zu machen.

Mit dieser Arbeit wird der Blickauf persönliche Sammeltrophäen und Erinnerungsstücke freigegeben, die wie fragile, wesenhafte Skulpturen daherkommen und so unperfekt wie schön und sinnhaft sind. Sie stehen für die andauernde Suche nach den universellen Zusammenhängen aller Dinge.

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Ausstellungsansicht: Refektorium des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt