I want you to be me

Lichtinstallation, 2013


Lichtinstallation, Schwabach, 2013
2 x 45 Bilderrahmen verschiedener Größe,
2 x 6 Leuchtstoffröhren 21 und 28 W,
Rettungsfolie, Glasgefäße
193 x 237 x 17 cm und 193 x 246 x 21 cm

 

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Fotos: Melanie Riedl

 

„I want you to be me“

Das Künstlerpaar arbeitet raumbezogen und intuitiv. Idee und Ausführung entstehen vor Ort, im Einlassen auf die Atmosphäre des Raums und durch sensibles Ausloten der Beziehung zwischen Kunst- und Bauwerk. Als Ergebnis sehen wir im „Kesselhaus“ die bemerkenswert harmonische Eingliederung, beinahe Verschmelzung eines Doppelobjekts mit Boden und Stirnwand zu einem Lichtraum.

Die Künstler trugen zweimal 45 gebrauchte Bilderrahmen von unterschiedlicher Größe und Farbigkeit aus Schwabach und Umgebung zusammen und bestückten sie mit golden glänzender Folie, die individuelle Knickmuster aufweist. Die Bilder legten sie zu zwei Rechtecken zusammen und stellten Glasgefäße als Träger von weißen Leuchtstoffröhren darauf, deren symmetrische Anordnung die rechteckige Grundform aufgreift.

Helles Licht und Goldglanz im abgedunkelten Raum bewirken eine sakral anmutende Überhöhung der bescheidenen Materialien. Durch die Spiegelungen der weißen Röhren in der Folie sowie der beiden Installationshälften ineinander entsteht eine beeindruckende Tiefenwirkung. Boden und Wand scheinen sich zu öffnen und geben den Blick in eine Art Gegenraum frei. Die Wahrnehmung wird erweitert, die Wirkung ist so ruhig wie feierlich.

Der Titel „I want you to be me“ betont einen wesentlichen Aspekt der Installation: den Dialog mit einem Gegenüber. Er lebt in der Zwiesprache der beiden Künstler mit einander und dem Raum, im Doppelobjekt und den Spiegelungen, im Bezug zum Betrachter, in den Gegensätzen formaler Flächig- und inhaltlicher Tiefgründigkeit, wertlosen Dingen und ihrer wertvollen Erscheinung, in der Transformation von Materiellem zu Geistigem, der Schwellensituation zwischen Diesseits und Jenseits.

Dr. Christine Demele


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Ausstellungsansicht: Refektorium, Karmeliterkloster, Frankfurt 2014